Unialltag

Hallo zusammen,
nach langer, langer Sendepause nun mal wieder Neuigkeiten aus dem sonnigen Süden. Hab schon ein richtig schlechtes Gewissen weil ich so lange nix mehr von mir hab hören lassen aber ich bin in letzter Zeit einfach zu nichts gekommen – die Uni hält mich ganz schön auf Trab. Damit ihr euch ungefähr vorstellen könnt wie das hier läuft ein kurzer Überriss über meinen Unialltag: Überhaupt – und das beunruhigt mich ein kleines bisschen – weiss ich noch immer nicht so recht, was ich von dem Master halten soll. Ein kleines Resümee:

Zur Zusammensetzung und Organisation des Masters:
Wir sind von wie ich mir hab sagen lassen ursprünglich 200 eingeschriebenen Stundenten auf inzwischen nur noch offiziell 40, in den Vorlesungen jedoch meist nur an die 25 Studenten geschrumpft. Ob das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen ist sei mal dahingestellt. Von uns 25 sind die allermeisten Spanier, außer mir  sind noch eine Chinesin, eine Kolumbianerin, eine Mexikanerin, eine Koreanerin, ein Italiener, eine Russin und eine Französin mit im Boot. Ca. ein Viertel Ausländer also, keine überragende Statistik aber ganz interessant. Die Frauenquote ist – wie auch schon in meinem BA – überragend, wir sind nur geschätzte 6 Jungs im Studiengang. Eine andere, nicht minder interessante Parallele zu meinem Bachelor ist dass es sich bei dem Master en Gestión Cultural um eine nigelnagelneue Einrichtung handelt: Wir sind erst der zweite Jahrgang der dieses Programm durchläuft.
Zusätzlich zu den sich daraus ergebenden organisatorischen Hürdenläufen ist unser Master auch interuniversitär – will heißen wir haben Vorlesungen, die von der Universidad Politecnica de Valencia und von der Universidad de Valencia organisiert werden. Auf welchem Server man nun die Unterlagen, Powerpoints, PDFs etc. eines Kurses findet, hängt davon ab, welche Uni den entsprechenden Kurs gerade organisiert. Nur: zu den Servern der Uni Valencia (also ca. 50% der Unterlagen) habe ich wie viele Andere auch nach wie vor keinen Zugang. Wir haben uns also einen Account bei Googlemail angelegt zu dem wir alle Zugang haben und wo wir Materialien hochladen und austauschen können. Das Ganze ist ärgerlich aber sollte sich mit etwas bürokratischem Aufwand Montag in geregelte Bahnen lenken lassen. Mit Bürokratie kenn ich mich ja inzwischen Gott sei Dank aus – danke, Italien!

http://maps.google.es/?ie=UTF8&ll=39.479308,-0.343966&spn=0.001143,0.002411&z=19&layer=c&cbll=39.479308,-0.343966&panoid=HyUO1XnRCL86kcMmZi4ywQ&cbp=12,151.77,,0,-10.62&source=embed&output=svembed
Das ist wo ich meine Vorlesungen habe. Ver mapa más grande

Kurse:
Was mir mehr Kopfschmerzen als die mangelhafte Organisation bereitet ist die Qualität und der Arbeitsaufwand unserer Kurse. Wir haben in dem Master “Gestión Cultural” fast ausschließlich Seminare, will heißen Unterrichtsstunden mit Anwesenheitspflicht und Hausarbeiten. Die allermeisten Fächer verlangen eine Zusammenfassung zu jeder (!) Stunde mit persönlichem Kommentar: Umfang ca. 3-5 Seiten, bei Vorträgen von Gastprofessoren auch gerne mal mehr. Bis jetzt habe ich Stunden in

  1. Kulturmanagement (Gestión Cultural)
  2. Soziologie der Kultur (Sociolgía de la Cultura)
  3. Kulturaplanung (Planificación Cultural)
  4. Kulturelle Praxis und Bräuche (Practicas y Hábitos Culturales)
  5. Angewante Legislation (Legislación Aplicada)
  6. Kulturpolitik, Entiwicklung und soziales Wohlergehen (Políticas Culturales, Desarrollo y Bienestar Social)
  7. Gesetzliche Vorgaben in Museen (Marco Juridíco aplicado a los Museos)

genossen. Das ganze klingt in der Übersetzung zwar langweiliger als es eigentlich ist, so wirklich aus den Socken hat mich jetzt auch noch keine Vorlesung gehauen.  Wir werden überall als ach-so-toller Masterstudiengang ausgeschrieben, jeder kulturell interessierte Valencianer hat schon von dem neuen, interuniversitären, Studiengang gehört und macht große Augen wenn ich sag, dass ich dort studiere. Tatsache ist jedoch dass wir alle etwas desilussioniert sind was die Qualität vieler Vorlesungen angeht. Zu viel Theorie, zu wenig anwendbare Beispiele und vor allem: Alles scheint sehr auf Valencia und die autonome Region von Valencia zugeschnitten zu sein. Das lässt sich erklären und nachvollziehen, immerhin ist Valencia und Umgebung unheimlich reich an Kultur und eine selbstbewusste autonome Region innerhalb Spaiens. Mir und vielen Anderen geht’s allerdings so, dass wir eine internationale Ausrichtung vermissen eigentlich nicht hier sind um Valencia-Profis zu werden.

Aus all diesen Gründen haben wir einen gemeinsamen Brief an die Verwaltung unseres Masters geschrieben, in der wir um ein gemeinsames Treffen bitten und vorhaben, einige Punkte anzusprechen, die uns nicht ganz behagen. In ein paar Tagen werden wir hoffentlich mehr wissen, bis dahin heißt’s weiterarbeiten, weiterarbeiten und mithalten.

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